Home Stammbäume & Ahnentafeln
Vielen Dank an Ulrich Sahm (*1950) für die grafische Darstellung seiner verwandtschaftlichen Verhältnisse bis zum Land- und Schatzrat Jobst Johann von Reden (21.01.1656 - 04.11.1734).
Im Anhang des Artikels von Stefan Pätzold, Die Familie von Reden und die Welfen im späten Mittelalter, findet sich ein Stammbaum von Heinrich Hisze (11.. - 1225) bis zum Land- und Schatzrat Jobst Johann von Reden (21.01.1656 - 04.11.1734).
Über Stammbäume & Ahnentafeln
Was ist eigentlich der Unterschied zwischen einer Stammlinie und einer Ahnenlinie ?
In der Stammlinie werden alle zum Vaterstamm gehörenden Vorfahren aufgeführt in der Reihenfolge:
Stammvater - Sohn - Enkel - Urenkel - etc.
Demgegenüber erfolgt bei der Ahnenlinie eine geradlinige Generationenfolge mit: Proband (= Sohn) - Vater - Grossvater - etc.
Und was ist dann der Unterschied zwischen einer Stammtafel und einer Ahnentafel ? Nur die Darstellung der Reihenfolge ?
Die Stammtafel ist die graphische Darstellung eines Geschlechts mit der (gesamten) männlichen Nachkommenschaft; häufig erfolgt dies grafisch in der Form eines Baums, als "Stammbaum". (Schwestern werden auch noch dargestellt, aber keine weiteren Nachkommen mehr).
Die Ahnentafel ist die graphische Darstellung der Ahnenliste, die anhand eines Kennziffern-System für alle bekannten Vorfahren, die Vater- und Mutterlinien gleichermaßen berücksichtigen.
Stammbäume / Stammtafeln beantworten die Frage zur Entwicklung der männlichen Nachkommenschaft nach einer Ausgangs-Person (insb. dem Stammvater). Ahnentafeln geben Auskunft über die Vorfahren der betreffenden Person.
Warum werden Kennziffern verwendet / benötigt ? Am Bespiel der Familie von Reden
Bei der Forschungsarbeit verliert man ohne eine Nummerierung der Familienangehörigen schnell die Übersicht.
Der jüngste Sohne des Stammvaters Heinrich Hicze (40001) hieß Wilbrand (40009; geb. in 12..). Ebenso hieß dessen jüngerer Sohn Wilbrand (40017; geb. in 12..), der für die Unterscheidung "Wilbrand zu Pattensen" genannt wurde. Er hatte sogar zwei Söhne mit dem Namen Wilbrand: Wilbrand (40025; geb. in 13..) und Wilbrand (40027; geb. in 13..). Und auch der Sohn von "Wilbrand 40027" hieß Wilbrand (40040; geb. 13..). Allein bis 1600 kommen mehrfach die Namen Ernst (40052; geb. 13..) / (40122; geb. 152.) / (40156; geb. 05.10.1574) und Henning ( 40071; geb. 14..) / (40111, geb. 15..) / (40160; geb. 29.12.1576) vor. Bis 1800 werden noch mehrere Personen Claus bzw. Friedrich bzw. Heinrich bzw. Wilhelm heißen bzw. es werden Doppelnamen hieraus gebildet.
In den hier verwendeten AvR-Personenbögen beginnt ein Nummerierungskreis bei Nr. 40001 für Heinrich Hicze (40001), und alle seine Nachkommen, anfänglich fortgesetzt mit seinen Kindern Wulfer (40002), Heinrich Hysce (40003), Petronella (40004), Adelheid (40005), Hilleborg (40006), Tider (40007) sowie Wilbrand (40009; geb. in 12..) [Nr. 40008 hat Wilbrands ältester Sohn Bertold]. Für die Ehepartner der "40..."er beginnt der Nummernkreis bei 90001mit der Ehefrau des Heinrich Hicze, Berta (90001). Weitere Nummernkreise ergeben sich für Eltern von Ehepartnern und / oder weiteren assoziierten Personen. Für Familien, die mehrere familiäre Verknüpfungen (in verschiedenen Generationen) haben, z.B. die Familien von Münchhausen und von Bennigsen, gibt es Nummernkreise bei 50000ff.
Das hat sich Ende der 1980er Jahre bei der Übertragung der vorhandenen Karteikarten in ein PC-System so ergeben (= es ist nicht immer günstig, wenn das PC-Programm allein dem nach zufälligem Eingabedatum die Stammnummern vergibt).
Eine solche Numerierung war aber überhaupt nur möglich, weil mit Heinrich Hicze (40001) der Stammvater und auch die nachfolgenden Generationen bereits gut bekannt waren.
Wie funktioniert das Kennziffern-System mit Kekule / Ahnentafelnummern ?
Häufig kann man zu Beginn der eigenen Arbeiten nicht einmal darüber spekulieren, wie viele Generationen überhaupt zurückverfolgt werden können und wer der Stammvater sein könnte.
Da man dies schon früh erkannte, hat der Familienforscher Stefan Kekule von Stradonitz (1863 - 1933) ein logisch aufgebautes Nummerierungssystem, das
Der EINE Proband ist "Generation 0", da mathematisch vereinbart 20 = 1 ist. Seine beiden Eltern (= I. Generation) sind 2 weitere Personen, mathematisch ausgedrückt: 21 = 2. Jeder Elternteil hat in der II. Generation ebenfalls zwei Eltern (= Großeltern des Probanten), also 2 x 2 = 4 weitere Personen, deren Eltern wiederum bilden die III. Generation mit weiteren 4 x 2 = 8 Personen. Noch kam man es einfach nachrechnen: 1 + 2 + 4 + 8 = 15 Personen = 16-1 = 24 -1 nach 3 (III) Generationen.
Für die IV. Generation würde als Kekulé bzw. Ahnentafel-Nummern für weitere 16 Personen die Nr. 16 bis 31 reserviert. usw
In der "Legende vom Weizenkorn" sollte ein Schachbrett mit Weizenkörnern gefüllt werden, und zwar vom a1-Feld aus mit einem (2(1-1)=1), dem b1-Feld mit zwei (= 2(2-1)), übers h1-Feld mit 128 (= 2(8-1)) bis hin zum h8-Feld mit 2(64 - 1) Körnern.
"Kann ja nicht allzu viel ausmachen", sagte der Regent zunächst unwirrsch, um später festzustellen, dass sich schon in der Mitte des Bretts enorm große Werte ergeben, die in Weizenkörnern ausgedrückt bereits Jahresproduktionen ausmachen.
Da die Familie von Reden mit ihrem Stammvater Heinrich Hicze (40001) bereits vor 1200 urkundlich erwähnt wurde, würden sich für die seitherigen ca. 800 Jahre - bei angenommenen 30 Jahren je Generation - über 25 Generationen ergeben.
Laut der Tabelle zu den Kekule-Zahlen würden in der 25. Generation weitere 33.554.432 Personen hinzukommen, für die dann die Kekulé bzw. Ahnentafelnummern 33.554.431 bis 67.108.863 reserviert würden.
Tatsächlich ergeben sich für die Redens zwischen 20 und 22 Generationen,...
Auch: Eltern, Großeltern, Urgroßeltern .. - und wie geht es dann eigentlich weiter ?
... bei bislang über 17.000 erfaßten Personen - also noch weit entfernt von den Millionen.
Das exponentielle Wachstum wird immer dann gestoppt, wenn Vorfahren miteinander verwandt waren; möglicherweise auch nur weitläufig und über verschiedene Generationen hinweg. Jedenfalls sind dann einige Vorfahren identisch.
"Ahnenschwund" im weiteren Sinne [eher "Stammlisten-Schwund"] ergibt sich, wenn eine Linie nach einem männlichen Vorfahr nicht fortgeführt wird, also ausstirbt.
Eigentlich sollte es doch ganz einfach sein mit computerunterstützung Stammbäume und Ahnentafeln darzustellen
Das Archivieren und Auswerten von umfangreichen Datenbeständen zu Vorfahren mit Hilfe von mächtigen Computer-Datenbanken wie Access ist heutzutage "computer-kinder-leicht". Mit dem gleichmäßigen Kekule-System ist die Berechnung für Ahnentafeln per PC-Programm und die grafische Umsetzung nicht zu schwerig; die Qualität der Ahnentafeln hängt letztlich von der Qualität und der Anzahl der in der Datenbank erfaßten Daten ab.
So manches genealogische PC-Programm bescheidet sich mit dem Angebot von Ahnentafeln für die grafische Darstellung.
Aufgrund der rückwärts gerichteten Betrachungsweise tauchen häufig die kinderlos gebliebenen Vorfahren nirgends mehr auf; wenn sie nicht wenigstens als Geschwister berücksichtigt werden (vgl. die Vergabe von Buchstaben im Kekule-System); das würde bei den Redens u.a. den kinderlos gebliebenen "Graf" "treffen".
Die Geschwister mit zu berücksichtigen, stellt aber eine ungleich schwierigere Aufgabe dar und die Erstellung von Stammbäumen / -tafeln stellt nach wie vor eine große Herausforderung für die Programmierer solcher PC-Programme dar, da die Anzahl der Nachkommen - mal keine, mal nur ein oder zwei Kinder versus über ein Dutzend Kinder - in jeder Generation stark differieren kann und der bislang berechnete Platzbedarf durch eine nachfolgende kinderreiche männliche Person eine größere Umstruktierung erforderlich machen könnte. (Aufgrund der vielen Möglichkeiten ist die Berechnung für die grafische Umsetzung ähnlich komplex wie die Berechnung von Schach-Stellungen).