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Ernst von Reden
(ca. 1529 - 20.03.1589)
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AvR - FAM Personenbogen ------------------------------------------------------------------------------------------------------------- PNR 40122
Vornamen ERNST Geburtsname Familienname von Reden
Fam.-Stand verstorben Geschlecht männlich Bemerkung *
Geburtstag . .152 Geburtsort Todestag 20. 3.1589 Todesort Hameln
Vater 40086 . .1485 Hans von Reden Mutter 90043 . .15 Mette von Schwicheldt
Kinder 40134 21. 9.1556 Mette von Schlabrendorff 40135 13. 8.1561 Catharina von Bennigsen 40139 31. 3.1565 Agnes von Holle 40143 23. 4.1568 Armgard von Reden 40145 13. 7.1569 Hans von Reden 40147 28. 8.1570 Ilse von Reden 40149 5.12.1571 Claus von Reden 40152 9.12.1572 Dorothea von Reden 40156 5.10.1574 Ernst von Reden 40158 14.11.1575 Wilhelm von Reden 40160 29.12.1576 Henning von Reden 40161 8. 2.1578 Magdalene von Schlepegrell 40162 7. 4.1579 Lucia von Mandelsloh 40163 12.12.1580 Anna von Fulde 40164 10. 3.1582 Curd von Reden 40166 15.12.1583 Adelheid von Kißleben 40169 10. 9.1585 Heinrich von Reden 40171 9. 9.1586 Friedrich von Reden 40175 1. 4.1588 Marie Schulte
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Gemälde von Ludger tom Ring d. J.
(1522-1584) Ernst von Reden Dieser Zeit als Furstlicher Lunebur- gischer Stadthalter seines Alters im 50. Iars (richtig: Statthalter)
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Ehepartner Heirat Trennung
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90072 Agnes von der Malsburg 12. 5.1555 13. 4.1565 T
90077 Armgard von Rottorf 22. 1.1566
Ergänzungen zu 40122:
Geboren um 1530 (oder 1525?); [Soweit die Inschrift im Gemälde von 1579 ' im 50. Iars' tatsächlich zutrifft, so wäre das Geburtsdatum 1529]
Drost und Pfandgläubiger zu Burgdorf
Fürstlich Braunschweig Lüneburger Geheimer Rat
Herbst 1572 bis 1579: Fürstlich Braunschweig Lüneburger Statthalter zu Celle
Erwirbt 1568 einen Hof zu Hameln (1327 kam zusammen mit dem Schultheißenamt der dazugehörende Fronhof (Schulzenhof) an die Stadt Hameln)
Später nannte man ihn "den großen Hof". Um 1850 wird die heutige Große Hofstraße "Redenhofstraße" genannt - früher hieß sie "Schultenstraße")
Erwirbt 1578 einen Hof zu Göttingen
Seit 1579 Senior der Gesamtfamilie
Sichert seine Söhne durch Ausschluss der Töchter von den Gütern, was sein Testament als älteste niedersächsische Fideikommißstiftung erscheinen lässt. [Siehe Familienblatt Nr. 10 / Seiten 3 f]
"Die Rittergüter der Calenberg-Grubenhagenschen Landschaft" /Seite 173: Als 1584 die Rottorps im Mannesstamm ausstarben, wollte Ernst v.Reden seiner Frau, die dieser Familie enstammte, das Erbe von Hülsede gegen die Lehnschaftsansprüche des Grafen von Schaumburg sichern. Dieser rückte daraufhin mit 400 Schützen vor Hülsede, drohte, den protestierenden Reden vom Tor herunterzuschießen und bedachte ihn mit "Berlichingens Kompliment". "Das tue ein anderer" versetzte Reden "und an meiner Statt der Teufel oder ein Schäferhund". Der Übermacht konnte er sich aber nicht widersetzen, so dass er "mit Schmerzen" die Tore öffnen mußte. Der Graf stürmte daraufhin mit dem Kriegsvolk hinein, um zuerst den Weinkeller aufzubrechen. Die Frauen versuchten auszuharren, bis sie durch Aushungerung vertrieben wurden.
Gilt als früher "Büchersammler"
Über den Hamelner Redenhof: "Adel im Weserraum um 1600" (Band 9 der Schriften des Weserrenaissance-Museums Schloß Brake) /Seite 240ff
„Adel im Weserraum um 1600“,
Band 9 der Schriften des Weserrenaissance-Museums Schloss Brake
Die Familie von Reden lebte ursprünglich auf der Burg Reden bei Pattensen südlich von Hildesheim. Sie wurde in den Jahren 1255 bis 1230 erbaut. Ernst war eines von elf Kindern des Hans von Reden (1485 bis 1543), der Pfandgesessener auf Steinbrück, Poppenburg und Marienburg war, und der Mette von Schwiechelt. Als einziger der vielen Geschwister überlebte er die Kindheit.
Ernst von Reden trat als Drost in Burgdorf in die Dienste des Herzogs Heinrich d. J. von Braunschweig-Lüneburg (1489 bis 1568) ein. Am 12. Mai 1555 heiratete er Agnes von der Malsburg. Die Familie lebte in Burgdorf; seine Frau verstarb bei der Geburt ihres dritten Kindes. Am 22. Januar 1566 heiratete er Armgard von Rottorp, Tochter des Claus von Rottorp und der Armgard von dem Bussche auf Schloss Hülsede. Mit ihr hatte er 16 weitere Kinder.
Ernst von Reden stand im Dienste mehrerer Landesherren und wohnte entsprechend seinen Aufgaben an verschiedenen Orten, u. a. besaß er ein Haus in Hildesheim, ein weiteres in Göttingen. 1568 erwarb er den sogenannten »Roten Hof« in Hameln und baute ihn zu seinem Wohnsitz aus. Elf seiner Kinder wurden dort geboren. Als er 1572 jedoch zum Statthalter von Celle berufen wurde, hielt sich die Familie zeitweise auch dort auf. Nach seiner Entlassung aus den Diensten Herzog Wilhelms im Jahre 1576 versuchte er, nach dem Tod seines Schwiegervaters ohne männliche Erben dessen Besitz Schloss Hülsede als Erbe seiner Frau zu erhalten. Er konnte sich jedoch nicht gegen Graf Adolf von Schaumburg durchsetzen, der den Besitz an Hermann von Mengersen gab.
Durch seine Schwestern war Ernst von Reden mit den Familien Klencke und von Münchhausen verschwägert. So heiratete seine Schwester Lucie den Obristen Hilmar von Münchhausen, den Erbauer des Schlosses in Schwöbber. In jungen Jahren war Ernst ein begeisterter Anhänger Luthers, später ein Fürsprecher Antonius Corvinus, dem auf der Burg Calenberg gefangengehaltenen Reformator. Ernst von Reden wurde von den Zeitgenossen als »redegewandt, mächtig von Rat, ein Liebhaber ruhigen Friedens und Mehrer der Schätze« bezeichnet.
In seinem Testament bedachte Ernst von Reden jedes Familienmitglied. Seine Töchter sollten eine Aussteuer im Wert von je 1500 Gulden erhalten, dazu Leinen, Kleider und Kleinodien. Für seine Frau Armgard verfügte er dass sie im Witwenstand bleiben möge, um sich ganz der Erziehung der kleinen Kinder widmen zu können. Sie sollte das Haus in Hildesheim verkaufen und in Hameln wohnen. Entgegen diesem Wunsch zog sie allerdings nach dem Tod ihres Mannes mit ihren Kindern nach Hildesheim zurück. Zu ihrer persönlichen Versorgung erhielt sie die Zinsen von 1000 Talern verschrieben. Ernst legte für seine Söhne fest, dass sie vom »Calvinismus unbefleckte«, also lutheranische Erzieher erhalten und studieren sollten. Das Familienerbe sollte ungeteilt weitergegeben werden.
Ernst von Reden starb auf seinem Hof in Hameln am 29. März 1589 nach längerer Krankheit und wurde in der dortigen Münsterkirche feierlich beigesetzt. In seinem Testament hatte er zuvor festgelegt, dass er mit »gewöhnlicher Zeremonie, aber ohne Pracht zur Erde bestattet werde«. Ein in schwarzes englisches Tuch gehülltes Pferd mit edlem Zaumzeug sollte dem Leichnam nachgeführt werden. Sein Grabstein in der Münsterkirche zu Hameln hat sich nicht erhalten. Jedoch ist überliefert, dass neben Name, Lebensdaten und Wappen die Familie kniend unter einem Kreuz wiedergegeben wurde. Dieser Stein war wohl über dem Kirchenstuhl der Familie angebracht.
Von der Seite "Redenhof.de"
Ernst von Reden wurde von Zeitgenossen als "redegewandt, mächtig an Rat, ein Liebhaber ruhigen Friedens und Mehrer der Schätze" beschrieben.
Nachdem er schon in jungen Jahren Drost und Pfandgläubiger von Burgdorf war, berief ihn 1572 Herzog Wilhelm v. Celle zum Statthalter im Fürstentum Lüneburg. Er hatte dort nicht unbedeutenden Anteil an der hohen Kulturblüte des Hofes und ist der erste niedersächsische Edelmann, von dem überliefert ist, dass er Bücher sammelte. Er besaß etwa 150 Bücher mit zum überwiegen Teil theologischem Inhalt.
Auch soll durch seine Vermittlung der Neubau des Celler Rathauses von Hamelner Baukünstlern in deren heimatlichem Stil vollendet worden sein.
1579 kehrte er nach Hameln zurück, wo er die letzten zehn Jahre seines Lebens im „uffen grossen hove belegenen“ Hof (später: Redenhof) verbrachte.
In seinem Testament schloß er seine Töchter von der Erbschaft an den von ihm erworbenen Gütern aus, so dass dieses als ältestes niedersächsisches Dokument mit Bestimmungen der späteren Fideikommißstiftungen angesehen wird.
Ernst ist Stammvater aller heutigen redenschen Namensträger. Von seinen sieben Söhnen unter 19 Kindern setzte nur Henning, der 1639 das nahegelegene Rittergut Hastenbeck erwarb, den Stamm fort. Zwei seiner Söhne begründeten die beiden heutigen Linien.Für die ältere Linie errichtete Land- und Schatzrat Jobst-Johann v. Reden auf Hameln, Hastenbeck und Bennigsen II (1656-1734) mit seinem Nachlaß ein Fideikommiß zugunsten seiner Nachkommen im Mannesstamm. Auch nach dessen Auflösung infolge der reichsgesetzlichen Regelungen nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Familienbesitz entsprechend dem Testament des Jobst-Johann weitervererbt.